Konservative Therapie

Prinzipiell sollte auch bei einem nachgewiesenen Bandscheibenvorfall versucht werden mit konservativer Therapie das Auslangen zu finden um eine Operation zu vermeiden.

=> nicht jeder radiologisch nachgewiesene Bandscheibenvorfall muss operiert werden!

Der natürliche Verlauf des Bandscheibenvorfalls zeigt, dass auch große Vorfälle infolge des Wasserverlustes im Verlauf von mehreren Wochen eine massive Schrumpfungstendenz aufweisen können. Dies ist im jüngeren Lebensalter durch den noch höheren Wassergehalt wahrscheinlicher. Dieser Prozess ist vergleichbar mit einer Weintraube, die durch Austrocknung zu einer Rosine schrumpft. Dadurch können sich die verursachten Beschwerden auch ohne neurochirurgische Intervention zurückbilden.

Innerhalb von 6 Wochen kommt es bei über 85% der Patienten auch ohne Operation zu einer deutlichen Besserung der Beschwerden.

Bandscheibenvorfall-Lendenwirbel_3

Per Mausklick können Sie das Bild vergrößert ansehen!

Beim akuten Bandscheibenvorfall kommt es durch Gewebszerreißung und durch Druck auf Nervengewebe zu heftigsten Schmerzen. Der Körper reagiert mit einer Schonhaltung die wiederum zu Muskelverspannungen führt und eine Schmerzverstärkung zur Folge hat.  Ziel der konservativen Therapie ist, diesen Teufelskreis zu durchbrechen und die Zeitspanne zu überbrücken, bis es zu Schrumpfung des Bandscheibenvorfalls und zur Gewebsheilung kommt.

Am besten erreicht man dies mit körperlichen Schonung (Ruhe, schmerzreduzierte Lagerung) begleitet von einer medikamentösen Therapie mit Schmerzmittel, die individuell angepasst werden und mit muskelentspannenden Medikamenten. Eine Wärmebehandlung oder Manualtherapie kann auch zu einer Linderung der Beschwerden führen.

Erreicht man mit konservativen Therapiemaßnahmen eine Beschwerdefreiheit, dann sollten krankengymnastische Maßnahmen folgen um die Rücken-, und Bauchmuskulatur zu stärken. Außerdem ist eine Rückenschulung sinnvoll, um die richtige Belastung der Wirbelsäule im alltäglichen Leben zu erlernen.

Können die Beschwerden trotz intensiver konservativer Therapie nicht ausreichend behandelt werden, kommt es im Verlauf zu einer Schmerzverstärkung oder Lähmungserscheinungen, dann sollte eine eventuelle chirurgische Therapie mit dem Neurochirurgen neuerlich diskutiert werden.