Symptome

Nervenwurzel1
Typischerweise treten die Beschwerden bei einem Bandscheibenvorfall plötzlich auf. Häufig beginnen sie beim Heben einer schweren Last oder bei einer raschen, eventuell unkontrollierten Bewegung der Wirbelsäule. Nicht selten bestanden bereits seit längerer Zeit immer wiederkehrende leichtere Schmerzen.

Die Beschwerden bei einem Bandscheibenvorfall werden durch Druck auf Bindegewebe und Druck auf Nerven verursacht. Ein Nerv besitzt mehrere Funktionen: Er leitet Schmerz und er führt Bahnen für die Sensibilität und Motorik. Je größer der Druck eines Bandscheibenvorfalls auf den Nerven ist, umso mehr Funktionen können gestört werden.

Lumbalgie – Kreuzschmerz

Reißt der Faserring der Bandscheibe ein, dann tritt gallertartiges Kernmaterial in diesen ein und wölbt die Bandscheibe in den Wirbelkanal vor. Diese Vorwölbung dehnt das hintere Längsband wodurch es zu lokalen Schmerzen im Bereich der Lendenwirbelsäule kommt. Die Rückenmuskulatur verkrampf sich und jede Bewegung kann zu einer Schmerzverstärkung führen.

Lumboischialgie – Beinschmerz

Tritt Bandscheibengewebe durch das hintere Längsband in den Spinalkanal vor, dann kann es dort auf eine Nervenwurzel drücken. Durch die Kompression des Nerven werden die Schmerzfasern aktiviert und es kommt zu Schmerzen im Bein. Die Schmerzen sind meist einseitig und entsprechen dem Versorgungsgebiet (Dermatom) des jeweiligen Nerven. Das heißt es ist nicht das ganze Bein betroffen sondern der Schmerz betrifft einen bandförmiger Streifen, der im Rücken beginnt und bis zu den Zehen ausstrahlen kann.

Sensibilitätsstörung – Gefühlsstörung

Schreitet der Druck auf den Nerv voran, dann werden die sensiblen Nervenfasern geschädigt. Auch diese Beschwerden sind meist einseitig, bandförmig und entsprechen wie die Schmerzen dem gleichen Versorgungsgebiet der betroffenen Nervenwurzel. Der Patient empfindet die Ausfälle als Kribbeln, Ameisenlaufen oder Taubheitsgefühl.

Paresen – Muskellähmung

Bei weiterer Kompression der Nervenwurzel werden schließlich auch die motorischen Fasern in Mitleidenschaft gezogen. Dies führt zur Lähmung einzelner Muskeln oder Muskelgruppen, die von dem betroffenen Nerven gesteuert werden. Die Lähmungen können unterschiedlich stark ausgeprägt sein und man unterscheidet Kraftgrad 0-5, wobei Kraftgrad 5 eine minimale Lähmung beschreibt und Kraftgrad 0 einer vollständigen Lähmung entspricht. Der Patient bemerkt je nach geschädigter Nervenwurzel ein Einknicken beim Stiegensteigen, oder die Unfähigkeit auf den Zehenspitzen oder den Fersen zu gehen.

Caudasyndrom

Kommt es zu einem Bandscheibenmassenvorfall, dann kann dies zum seltenen Caudasyndrom führen. Dabei füllt das Bandscheibengewebe fast den kompletten Wirbelkanal aus. Durch die Kompression des gesamten Nervenfaserbündels (Cauda equina) kommt es zu massiven neurologischen Ausfällen. Diese äußern sich mit Gefühlsstörungen im Genital/Analbereich sowie der Oberschenkelinnenseite beidseits (Reithosenhypästhesie). Zusätzlich können hochgradige Muskellähmungen auftreten sowie eine Blasen/Mastdarmstörung mit unkontrollierbarem Stuhlabgang und Harnverhalten. Beim Caudasyndrom spricht man von einem neurologischen Notfall der möglichst rasch operiert werden sollte.