Funktion und Biomechanik der Wirbelsäule

Spine under heavy PressureDie Anforderungen der Natur an die Wirbelsäule des Menschen im aufrechten Gang sind sehr gegensätzlich. Zum Einen muss sie das Gewicht des Körpers tragen und axiale Belastungen abfedern, zum Anderen muss sie dabei in alle Richtungen beweglich bleiben. Diese gegensätzlichen Bedürfnisse werden durch einen segmentalen Aufbau erreicht, mit Wirbeln, die zum Tragen der Last dienen und Bandscheiben, die eine Pufferfunktion besitzen. Im einzelnen Wirbelkörpersegment sind nur geringe Bewegungen möglich, in der Summe aller Segmente ist jedoch eine ausreichende Beweglichkeit möglich.

Die gesamte Wirbelsäule besteht aus abwechselnd beweglicheren Segmenten (Halswirbelsäule-HWS, Lendenwirbelsäule-LWS) und starren Segmenten (Brustwirbelsäule-BWS, Kreuzbein). Die Übergangszonen zwischen starren und mobilen Segmenten tragen bei Bewegung die höchste Belastung. Daher ist es nicht verwunderlich, dass degenerativen Erscheinungen am häufigsten in der unteren LWS (L4/5, L5/S1) und der unteren HWS (C5/6, C6/7) auftreten. Im Bereich der unbeweglicheren Brustwirbelsäule kommt es nur in Ausnahmefällen zu Beschwerden.

Im Verlauf des Alterns entstehen durch die hohe Belastung der Wirbelsäule unweigerlich Verschleißerscheinungen, die je nach Ausmaß durch die räumliche Nähe zu Nerven-Strukturen (Rückenmark, Nervenwurzeln) Beschwerden verursachen können.